Buen Camino!

Buen Camino!

Buen Camino!Buen Camino!Buen Camino!

Meine Reise am Jakobsweg hat mich gefordert, begeistert, und verändert. Diese Geschichte möchte ich mit euch teilen.

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Schön, dass sie hier sind!

Der Weg, der Brücken bildet!

Nicht alle die wandern, sind verloren!

Nicht alle die wandern, sind verloren!

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Der Jakobsweg ist mystisch, herausfordernd, und faszinierend zugleich. Hunderte Menschen gehen ihn jedes Jahr. Jeder macht eine eigenen Erfahrungen. Dies ist meine Geschichte vom Weg, seinen Menschen, und den einzigartigen Begegnungen.

Nicht alle die wandern, sind verloren!

Nicht alle die wandern, sind verloren!

Nicht alle die wandern, sind verloren!

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Der Camino France, vom französischen Baskenland über die Pyrenäen quer durch Spanien. Eine Tour durch verschiedene Landschaften, Orte, und mit den verschiedensten Menschen.

Buchauszug

Jene die dich ziehen ...

Das Aufstehen und Zusammenpacken war mühsamer als gedacht. Die Nacht konnte nicht das an Erholung zurückgeben was der vorherige Tag an Anstrengung verschlungen hat. 41 Kilometer waren wohl doch zu viel. Der Weg von Castrojeriz verläuft steil bergauf, circa 400 Höhenmeter muss man zurücklegen ehe man den Tafelberg erklommen hat. Der Tag startete wolkenlos und dies sollte bis zum Ende des Weges und darüber hinaus so bleiben. Wenngleich man es nicht vorhersagen kann, schönes Wetter nährt die Hoffnung auf einen noch schöneren Morgen.


Rudolf und ich sind um 7 Uhr losgekommen. Es war noch dunkel draußen. Ab del Campos wurde der Weg extrem anstrengend, schnurgerade, heiß, eine Staubpiste auf der 17 Kilometer nichts anderes als schmale, hungrige Bäumchen aufgereiht waren. Kein Ort, kein Schatten auf der gesamten Teilstrecke. Die Verlängerung um fünf Kilometer bis Ledigos brachte nicht wirklich etwas. Die Herberge ist wie der Weg: karg und einfach, mit einem Hang zum Schäbigen.


Dass das Gehen dann so etwas in sich birgt, diese Furcht nicht mehr weiter zu können, dass ist sicher für Einige eine neue Erfahrung. Garantiert für Oliver, der als 50-jähriger Mann vor mir saß, die Hosenbeine der Latzhose oben, mit feuerrot geschwollenen Unterschenkeln und Tränen in den Augen. Ich lachte ihn an. Das irritierte ihn, es riss ihn förmlich aus seiner Traurigkeit. ,,Ich weiß genau was du hast und ich habe alles hier um dir zu helfen.” sagte ich mit fester Stimme, während ich meine Hand zur Bestätigung auf seine Schulter legte und etwas zu drückte.

Sonnenaufgang ueber der Tierra del Campo in Spanien Camino de Santiago Buch Camino Pilger
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Auf der Überholspur ...

Als ich die Herberge erreiche bin ich erstaunt über die starken Schmerzen in den Sehnen. Es waren nur 6 km, keine Steigung, wenig anspruchsvoll. Die Verschlechterung kommt höchst unangenehm. Das bekannte giftige Gefühl ist wieder zu spüren, dass sich so brennend - stechend in mir hoch schleicht, um ganz schnell und unvermittelt zuzuschlagen. Ich hoffe auf Besserung bis zum nächsten Morgen.


Es war ein Exerzitium der Langsamkeit, es war gegangene Entschleunigung. Kurz vor Santo Domingo, das Ziel schon vor Augen, begann ich meinen langsamen Gang noch zu bremsen. Ganz langsam setzte ich einen Fuß vor den anderen und begann immer mehr die Umgebung zu beobachten, die Tiere und Pflanzen wahrzunehmen.


Den Blick nach unten gerichtet, mit dem Versuch etwas Strategisches zu erdenken und zu halten, hörte ich das Rufen fast gar nicht. ,,Stefan!” Ich drehe mich um und schaute auf. Hatte jemand meinen Namen gerufen? Ich muss mich verhört haben. ,,You still look like Donald Duck!” Jetzt wusste ich wer hier war, und dass ich mich nicht verhört hatte. Matthias lag auf einer Steinbank direkt an der Straße und hatte wohl ein Nickerchen gemacht.